Mit Selbstvertrauen am 1. Abschlag

Wie im letzten Teil dieser Serie klar wurde, benötigt der Golfer eine ganze Reihe von Mentaltechniken in Abhängigkeit von der Anforderungssituation und der eigenen Persönlichkeit.

Heute geht es um Mentaltechniken für den ersten Abschlag beim Turnier, der ein besonders herausstechender Schlag ist. Abgesehen davon, dass jeder Schlag beim Golf wichtig ist und unbarmherzig bis zum Ende zählt, wird dem ersten Abschlag jedoch meist eine erhöhte Bedeutung gegeben. Obwohl er diese eigentlich gar nicht hat und genauso viel zählt wie jeder andere Schlag. Das hat vermutlich den Grund, dass

  1. mehr Menschen als bei anderen Schlägen dabei zusehen (Starter, nächster Flight, Neugierige etc.) und man eine gute Figur machen möchte bzw. einen guten Schlag zeigen will anstatt vor den Augen der anderen gleich mal einen Ball nachspielen zu müssen,
  2. die allgemeine Turniernervosität, die sich während des Turnierablaufs meist legt, am Anfang noch besonders hoch ist,
  3. abergläubische Menschen den ersten Schlag als Omen für den Turnierausgang bewerten und ihm dadurch eine ungerechtfertigt hohe Bedeutung geben.

Zumindest den letzten Punkt können erfahrene Golfer relativieren, die bereits häufig genug erlebt haben, dass trotz schlechtem 1. Abschlag das Turnierergebnis hervorragend sein kann. Die ersten Punkte sind etwas schwerer zu neutralisieren, hier kommt der mentale Aspekt zum Tragen und die eigene Selbstregulation der Gefühle ist gefragt.
Es handelt sich bei Punkt 1 im Grunde um Lampenfieber, da bei diesem etwas öffentlicheren Schlag die soziale Bewertung ins Spiel kommt und wie bei einer Prüfung eine spezifische Leistung erbracht werden soll. Ähnlich eines Auftritts bei einem Schauspieler oder einem Musiker.

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OHNE mühsames Techniktraining

Eine erhöhte Anspannung ist zunächst positiv und leistungsfördernd, denn wenn du zu entspannt schlagen würdest, könntest du womöglich die nötige Körperspannung gar nicht aufbringen oder der Schläger würde dir aus der Hand rutschen. Allerdings darf die Anspannung auch nicht zu groß werden und zu einem Blackout führen; du solltest dich also in einem mittleren Anspannungsniveau halten.

Zur Beruhigung und Entspannung helfen konkrete Mentaltechniken, die du dir im Vorfeld zurechtlegen kannst, damit du sie kurz vor und während des ersten Abschlags abrufen kannst. Diese halten negative Gedanken und Ängste von dir fern oder lassen sie erst gar nicht entstehen.

Ähnlich wie mit einem Regenschirm, der einen vor Nässe und Regen und Unangenehmem schützt.
Diese Mentaltechniken gehören im Rahmen der NEW-Top-Klassifizierung zur Kategorie N:
N für Nervosität: Ziel ist es hier, Selbstverstrauen zu stärken oder wieder zu gewinnen und auf die eigenen Ressourcen zu vertrauen. Diese Anforderung wird symbolisiert mit dem Golfer im grünen Kreis

Das hilft auch bei allen anderen exponierten Schlägen auf der Turnierrunde. Im Folgenden werden 2 konkrete Techniken vorgestellt:

Count it!
Lenke dich ab, indem du deine Atemzüge zählst. Das beruhigt und gibt gleichzeitig Zugang zu den eigenen Ressourcen.

 

Quelle: pixabay

Bei dieser Strategie sollst du nicht den Score, sondern die Atemzüge zählen. Es ist dabei völlig irrelevant, wie geatmet wird: ob flach oder tief, ob kurz oder lang. Zähle Sie einfach nur die Ausatmungen. Das lenkt ab (von störenden Gedanken und Gefühlen) und lenkt die Aufmerksamkeit auf dich selbst und die eigenen Kompetenzen/Ressourcen. Du kannst dich dadurch wieder besser fokussieren. Ganz nebenbei werden durch diese Technik auch Blutdruck und Puls gesenkt.

Comfort it

Versuche, innerhalb deiner Komfortzone zu bleiben.

Mache es dir bequem: Ziehe bequeme Lieblingskleidung und Lieblingsschuhe an. Gönne dir etwas Schönes: Nimm deinen Lieblingsdrink und die Lieblingsverpflegung mit. Benutze die (eventuell neuen und teuren) Lieblingsbälle. Sei rechtzeitig da, damit du gemütlich deine Vorbereitungsroutine durchführen kannst. Halte dich im Rahmen deiner Stärken auf: Benutze die sicheren Lieblingsschläger, die heute am besten funktionieren.

Auf diese Weise fühlst du dich gut und sicher. Das stärkt das Selbstvertrauen und du kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren: die richtigen Schwunggedanken für den Abschlag!

Probiere es aus, du kannst nur gewinnen!

Einen Überblick über Mentaltechniken für alle Anforderungssituationen gibt es in meinem Buch:

Kopfkino Golf- Mentaltechniken von A-Z. Dort werden mehr als 100 leicht anwendbare Techniken beschrieben.

Im nächsten Artikel dieser Serie geht es um suboptimale Schläge. Was tun nach Fehlschlägen? Wie kann ich meinen Frust aktiv bekämpfen, bevor er mein weiteres Spiel negativ beeinflusst…

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